Das Seitenschläferkissen – wer braucht es?

Aktualisiert am: 4. April 2019

Wie man sich bettet, so liegt man – aber was hat das Kissen damit zu tun? Menschen schlafen in unterschiedlichen Positionen. Abhängig davon, wie man im Schlaf liegt, muss die Wirbelsäule auf die ein oder andere Art und Weise gestützt werden. Wird sie nicht gestützt, kann die skeletttragende Muskulatur nicht entspannen, der Schlaf wird nicht erholsam. Am nächsten Tag drohen Verspannungen und Schmerzen. Das richtige Kissen trägt also nicht nur zu einer angenehmen Nachtruhe bei, sondern schützt dauerhaft den Bewegungsapparat. Seitenschläferkissen wurden speziell für Menschen entwickelt, die auf der Seite schlafen. Das betrifft laut Studien etwa 60 % aller Menschen. Übrigens ist das Kissen nicht nur dann interessant für Dich, wenn Du immer und grundsätzlich auf der Seite schläfst. Die meisten Menschen wechseln ihre Schlafposition in der Nacht und sind entweder Seiten- und Rückenschläfer oder Seiten- und Bauchschläfer.

Beste Matratze für Seitenschläfer
Nicht nur Seitenschläfer haben Vorteile durch das Seitenschläferkissen. Auch Bauch- und Rückenschläfer können dieses nutzen.

Checkliste: Das solltest Du beim Kauf Deines Seitenschläferkissens beachten

  • Dein Kissen sollte in Form und Länge an Deine Schlafgewohnheiten und Deine Körpergröße angepasst sein.
  • Achte auf Materialien, die Du verträgst, auch in Hinsicht auf Milbenallergien.
  • Für eine ausreichende Hygiene sollte wenigstens der Bezug, besser auch das Kissen waschbar sein.
  • Ob Du biologische, pflanzliche Füllmaterialien bevorzugst oder doch eher leichte, kostengünstige Materialien, hat nichts mit der Stützfunktion des Kissens zu tun, sondern nur mit Deinen Vorlieben.
  • Für eine optimale Stützwirkung solltest Du auf ein Kissen achten, bei dem Du einen Teil der Füllung entnehmen oder Material ergänzen kannst.

Warum ausgerechnet ein Seitenschläferkissen?

Das Seitenschläferkissen sieht in etwa aus wie eine lange Nackenrolle. Es kann zwischen 1,20 m und 2 m lang sein, ist aber nur 25 cm bis 40 cm breit. Es erinnert also optisch erst einmal nicht an ein Kopfkissen, sondern eher an eine Stillrolle. Das Kissen soll auch gar nicht unter dem Kopf liegen, sondern in Seitenlage den Körper stabilisieren. Das entlastet dann wiederum die Gelenke. Die verschiedenen Längen resultieren daraus, dass Menschen unterschiedlich groß sind und nicht immer komplett ausgestreckt auf der Seite liegen. Wer sich einrollt wie ein Igel, benötigt kein 2 m langes Seitenschläferkissen. Wichtig ist, dass der Körper gleichmäßig von Kopf bis Fuß gestützt ist. Orthopäden empfehlen das Seitenschläferkissen, weil es durch die deutlich spürbare Stützwirkung den Schlaf verbessert. Es stützt das Skelett und sorgt für weniger Verschleißerscheinungen am Bewegungsapparat. Die Vorteile sind insbesondere:

  • die Seitenlage wird durch die Anpassung des Kissens an die Körperform stabilisiert
  • Nacken und Rücken werden entlastet
  • muskuläre Probleme werden vermieden, sie können gar nicht erst entstehen
  • vor allem bei Schwangeren sorgt das Kissen für eine bequeme Seitenlage
  • in stabiler Seitenlage wird Schnarchen vermindert
  • kann optional zur Stabilisierung eines Kindes beim Stillen verwendet werden

Verschiedene Arten von Seitenschläferkissen – welches ist Deines?

Wie genau ein gutes Seitenschläferkissen auszusehen hat, ist gar nicht einheitlich geregelt. Die meisten Seitenschläferkissen ähneln der beschriebenen Rolle. Allerdings gibt es auch reine Nackenstützkissen für Seitenschläfer. Diese Kissen sind am oberen Ende etwas dicker, besitzen in der Mitte eine deutliche Senke (länglich und talartig), um am unteren Rand (da, wo der Nacken ist) wieder einen Wulst zu haben. Sie sind aus etwas festeren Materialien gefertigt und sinken weniger und vor allem anders ein als normale Kopfkissen. Diese Kissen passen in übliche Kissenbezüge (80 cm x 80 cm) und sind waschbar. Sie sind aus speziellen Kunststoffschäumen gefertigt, die zwar unter Körperwärme nachgeben, ihre Form aber behalten. Um diese Kissen, die nur den Nackenbereich stützen und den Kopf in einer natürlichen, entspannten Position halten, soll es hier aber weniger gehen.

Das klassische Seitenschläferkissen ist länglich und sieht aus wie eine weiche Nackenrolle in Übergröße. Die Länge Deines Kissens solltest Du so wählen, dass es Deinen Körper komplett stützen kann. Es gibt Seitenschläferkissen, die einfach nur lang und gerade sind. Das Kissen kann aber auch eine U-Form haben oder wie eine Sieben geformt sein.

U-förmige Kissen

U-förmige Kissen legst Du beim Schlafen nicht einfach nur hinter Dich, sondern zur Hälfte vor und zur Hälfte hinter Dich. Der Kopf liegt in der Kurve des U. So kannst Du nachts weder auf den Bauch, noch auf den Rücken rollen. Dein Körper wird von beiden Seiten gut gestützt, und zwar sehr eng am Körper.

U Form Seitenschläferkissen
Foto: amazon.de

C-förmige Kissen

Die C-förmigen Kissen sehen ein bisschen aus wie eine Banane und sind kürzer. Dieses Kissen liegt nicht vor und hinter Dir, sondern entweder nur vor Dir oder nur hinter Dir. Du kannst es im Schlaf umarmen oder Dich rückwärts darankuscheln, kannst es aber auch nur im Schulter- und Rückenbereich nutzen. Es ist für Kinder besser geeignet als die längeren Kissen, weil es handlicher ausfällt.

C Form Seitenschläfer
Foto: amazon.de

Heizkissen für Frierkatzen

Wer nachts leicht friert, bekommt das Seitenschläferksisen auch in Form eines Heizkissens. Die individuell benötigte Temperatur lässt sich wie bei jedem anderen Heizkissen einstellen, das Seitenschläferkissen stützt trotzdem den Bewegungsapparat.

Heizkissen Stoov
Foto: Stoov.com

Wie genau nutzt man so ein Kissen?

1. Variante

Nummer eins: Du kuschelst Dich idealerweise mit dem Rücken an das Kissen, wenn Du im Bett liegst. Heißt konkret: Leg Dich auf die Seite, das Kissen liegt hinter Dir. Und nun rutschst Du so lange mit Po, Rücken, Schultern und Beinen umher, bis Du mehr oder weniger in dem Kissen liegst. Es soll Deine Rückseite soweit umfangen, dass Du nicht auf den Rücken rollen kannst und dass Dein Körper komplett entspannt. Manche Menschen schaffen das auch, indem sie das Kissen vor sich haben und umarmen. Wie genau Du das handhabst, bleibt Dir überlassen. Du musst einfach Deine bevorzugte Schlafposition mit dem Kissen finden. Und keine Angst vor dem nächtlichen Umdrehen: Das passiert im Schlaf und ganz automatisch. Du wirst nicht aufwachen und das Kissen stört Dich dabei auch nicht. Normalerweise findest Du von ganz alleine wieder in eine bequeme und sehr entspannte Position zurück.

2. Variante

Zweite Möglichkeit: Du legst Dein Seitenschläferkissen in U-Form auf Dein Bett, so dass die Kurve des Us oben bei Deinem Kopf ist. Die langen Enden sind dicht aneinander parallel ausgelegt. Jetzt legst Du Dich auf das Kissen. Du wirst in der Mitte zwischen den beiden Schenkeln des Kissens einsinken, hinten und vorne stützt Dich das Kissen aber. Denn die Materialien, aus denen das Kissen gefertigt ist, weichen aus. Die kleinen Kügelchen im Kissen rutschen unter Deinem Gewicht nach außen.

3. Variante

Dritte Variante: Du legst Dich auf die Seite und nimmst das Kissen vor Dich. Umarme es, lege es zwischen Deine Knie und lass Dich so von dem Kissen stützen. Das obere Ende ist als Kopfkissen unter Deinem Kopf, das untere Ende zwischen den Knöcheln der Füße. Diese Variante ist vor allem bei den kürzeren Kissen, die Du nicht komplett gefaltet unter Dich legen kannst, gut geeignet.

Aus welchem Material sollte Dein Kissen sein?

Die Nackenstützkissen für Seitenschläfer sind normalerweise aus discoelastischen Schäumen hergestellt, die ihre Form zwar unter Körperwärme leicht verändern, aber ziemlich stabil sind. Die langen Seitenschläferkissen, die den gesamten Körper stützen, sind dagegen aus anderen Materialien hergestellt.

In einem Bezug, der oft aus Vlies oder einem Baumwollstoff gefertigt ist, befinden sich kleinteilige Füllmaterialien. Liegst Du auf beziehungsweise in dem Kissen, können diese kleinen Teile ausweichen. Dadurch sinkt Dein Körper an manchen Stellen tiefer in das Kissen, wird an anderen Stellen aber besser gestützt. Das Kissen passt sich Deiner Körperform an. Für einen erholsamen Schlaf ist wichtig, dass sich das Kissen möglichst leicht und schnell den Körperformen anpasst. Lautes Rascheln und langsames, träges Nachgeben sind unerwünscht.

Foto: deine-tierwelt.de - Auch Daunenfedern eignen sich für Seitenschläferkissen.

Bezug aus waschbaren Textilien

Wir unterscheiden zwischen dem Kissen selbst, also dem Füllmaterial, das in einer textilen Hülle zusammengefasst ist, und dem äußeren Bezug. Der äußere Bezug kommt mit Deiner Haut in Kontakt und liegt nah an Deinem Körper. Dieser Bezug sollte aus angenehmen, hautfreundlichen Fasern gefertigt sein, die waschbar sind. Ideal ist Baumwolle für alle vier Jahreszeiten, im Sommer fühlen sich Leinengemische und Seide angenehm an. Ideal ist es, wenn Du den Bezug alle zwei bis drei Wochen spätestens wäschst, idealerweise bei 60° C in der Maschine.

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Füllung: Biologisch oder nicht?

Vor allem die eher kostengünstigen Modelle von Seitenschläferkissen sind mit kleinen Polystyrolkügelchen gefüllt. Dieses Material erinnert an Styropor, ist leicht elastisch und kann sich nicht nur im Kissen bewegen, sondern verformt sich selbst auch. Daher solltest Du mehr davon parat haben und nachfüllen. Dass das Material für Seitenschläferkissen verwendet wird, liegt an der kostengünstigen Verfügbarkeit. Die Stützwirkung dieser Kissen ist außerdem gut und für viele Allergiker und Allergikerinnen ist das Material unproblematisch.

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Was musst Du beim Kauf Deines Seitenschläferkissens beachten?

Tipps für das perfekte Kissen

Seitenschläferkissen gibt es zu ganz unterschiedlichen Preisen. Ob die Kosten für das Kissen hoch oder niedrig ausfallen, liegt am Material des Bezugs, an der Füllung des Kissens und an der Größe. Die verschiedenen Hersteller haben sich jeweils spezialisiert: Normale Kissen sind mit Polystyrolkügelchen gefüllt. Diese Kügelchen lassen sich leicht zusammendrücken, sie müssen irgendwann nachgefüllt werden, damit das Kissen wieder prall wird. Füllungen aus biologischen Materialien wie Getreidespelzen oder -körnern gibt es ebenfalls. Die sind etwas kostenintensiver.

Achte darauf, dass Du das Kissen gut lüften und reinigen kannst. Der Bezug sollte waschbar sein. Wenn Du viel Wert auf Komfort legst, achte darauf, dass Du das Kissen über einen Reißverschluss öffnen und die Menge der Füllung selbst regulieren kannst. Achte beim Kauf darauf, dass das Kissen mit einem Bezug geliefert wird. Da jeder Hersteller für das Kissen andere Größen und Proportionen verwendet, findest Du sonst unter Umständen keinen passenden Bezug für Dein Kissen. Ein zweiter Bezug ist sinnvoll, damit Du immer ein fertig bezogenes und nutzbares Kissen hast, auch wenn mal ein Bezug etwas länger auf der Wäscheleine hängt. Wenn Du auf Hausstaubmilben allergisch reagierst, solltest Du auf einen entsprechenden Allergikerbezug achten beziehungsweise das Kissen selbst schon entsprechend auswählen.

Für Frauen empfiehlt es sich, hinsichtlich der Familienplanung ein Kissen zu kaufen, das auch als Stillkissen und zum Stützen des Kindes nach der Schwangerschaft verwendet werden kann.

Weitere Aspekte zu Seitenschläferkisen

Braucht das Seitenschläferkissen besondere Pflege?

Besondere Pflege ist relativ. Du solltest Deinen Kissenbezug regelmäßig waschen, vor allem dann, wenn Du nachts häufig schwitzt oder unter einer Allergie leidest. Das Kissen selbst solltest Du nach dem Schlafen immer gut auslüften, damit die Feuchtigkeit der Nacht entweichen kann. Manche Kissen sind auch komplett waschbar und dürfen hin und wieder einen Gang durch die Waschmaschine nehmen.

Wo kann man ein Seitenschläferkissen kaufen?

Seitenschläferkissen sind sowohl im Bettwarenfachhandel als auch im Babyfachmarkt erhältlich. Du findest sie im lokalen Fachhandel wie auch im Internet. Und der Bio-Fachhandel für Textilien und Möbel hat sie in der Regel auch im Programm. Erfahrungsgemäß ist die Auswahl im Online-Handel größer, die Preise sind oft niedriger.

Brauchen Seitenschläfer noch mehr Zubehör?

Eine Matratze und eine Bettdecke reichen aus, wenn Du ein Seitenschläferkissen benutzt. Ein herkömmliches Kopfkissen benötigst Du nicht zusätzlich. Wenn Du ein Seitenschläferkissen mit Heizfunktion besitzt, kannst Du Dir unter Umständen sogar die Heizdecke sparen und auf eine normale Bettdecke umsteigen.

Fazit: Nicht nur für reine Seitenschläfer ein Gewinn

Seitenschläferkissen stützen den Bewegungsapparat in Seitenlage so, dass Du entspannt schlafen kannst. Orthopäden empfehlen die Kissen, weil sie dauerhaft die Gelenke schützen und für einen erholsameren Schlaf sorgen. Verspannungen werden vorgebeugt, auch wenn Du nicht die ganze Nacht auf der Seite liegst. Ein Seitenschläferkissen gibt also auf jeden Fall Sinn und kann Rückenschmerzen lindern.

FAQ: Das musst Du zum Seitenschläferkissen wissen

Du bekommst die Kissen schon ab etwa 20 Euro. Gute Qualität kostet aber etwas mehr.

Die Größe Deines Seitenschläferkissens hängt von Deiner Körpergröße ab.

Du entscheidest Dich für die Form, die Dir am angenehmsten erscheint. Alle Formen haben Vor- und Nachteile.

Ja. Das Kissen ist auch für Rücken- und Bauchschläfer geeignet. Aber insbesondere in der Seitenlage stützt es den Bewegungsapparat perfekt.

Nein, besser nicht. Kleine Kinder schlafen erst einmal besser ohne Kissen. Eher solltest Du auf eine Babymatratze zurückgreifen. Unseren Artikel dazu findest Du hier.

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