Was ist CBD und was steckt dahinter?

Der rasante Aufstieg des Cannabinoids

Der CBD Markt boomt, nicht zuletzt auch in Deutschland. Produkte mit Cannabidiol Inhalt erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Egal ob CBD Öle, CBD Cremes, CBD Lollis oder Hanftee. Die Produzenten lassen sich einfach alles einfallen. Doch was ist CBD überhaupt?

CBD steht für Cannbidiol und ist ein Wirkstoff der Pflanze Cannabis Sativa (Hanf). Neben dem weitaus berühmteren Wirkstoff THC gehört CBD zu den am häufigsten auftretenden Stoffen weiblichen Hanfs. Die medizinische Hanfpflanze wurde schon vor 5000 Jahren verwendet. Jetzt erreicht die Verwendung allerdings einen neuen Höhepunkt. Und die Entwicklung steht noch immer erst am Anfang.

Zu den einzelnen Wirkungsweisen und der Legalität von solcher Produkte herrscht noch große Unklarheit. Zum Teil erhält man im Netz auch einige Fehlinformation über dieses Thema. Auch wir waren zu Beginn etwas skeptisch gegenüber CBD Produkten. Doch von Zeit zu Zeit fesselte uns das spannende Thema immer mehr. Deshalb wollen wir Dir in diesem Artikel alles rund um Cannabidiol und seine Wirkungsweise näher bringen.

Bevor Du anfängst zu lesen...

Wichtig: Wir übernehmen keine Haftung für mögliche Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben. Außerdem ersetzt dieser Artikel auch keine  fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und sie dürfen nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden konsultieren Sie immer einen Arzt Ihres Vertrauens! Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der bereitgestellten Texte und Inhalte. Sie stellen keine Empfehlung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar und sollen auch nicht als Werbung dienen. Insbesondere ist auch zu beachten, dass unsere rechtliche Recherche bezüglich der Legalität von CBD Produkten nicht von Juristen stammt. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte dies von einem Rechtsanwalt überprüfen lassen.

Was ist überhaupt CBD?

Cannabidiole (CBD) können aus einer Cannabis- bzw. Marihuanapflanze gewonnen werden und stellen den Antagonist zum Wirkstoff THC dar. Plakativ gesagt wird er als der „gute Wirkstoff“ bezeichnet, wohingegen es sich bei THC um den „schlechteren“ handele. Im Gegensatz zu THC wirkt CBD kaum psychoaktiv und macht nicht „high“ und führt auch zu keiner berauschenden Wirkung.

Wie Untersuchungen von der WHO zeigen, macht CBD wohl nicht abhängig. Aktuelle Studien würden auch belegen, dass die therapeutische Wirkung von CBD auch für eine Verwendung bei Patienten Epilepsie und ähnlichen Zuständen geeignet sein kann.

CBD Chemische Formel

Mit CBD erhält der Konsument aber medizinisch wertvollen Wirkungen. Produkte mit CBD-Anteil besitzen nämlich eine beruhigende, entspannende und entzündungshemmende Wirkungsweise. Cannabidiol kann sowohl von Menschen als auch von Tiere verwendet werden.

CBD Öle werden beispielsweise zu medizinischen Zwecken oder auch als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Es gibt aber auch Kosmetikprodukte, die mit CBD versetzt sind (CBD Creme oder Lippenbalsam).

Wie lässt sich die Wirkung von CBD erklären?

Schon immer im Trend waren CBD Medikamente (und auch THC) bei Ärzten wegen ihrer zum Teil therapeutischen Wirkung. Die Wirkungsweise der Cannabinoide CBD und THC sind jedoch unterschiedlich und dürfen nicht verwechselt werden.

CBD ist kein Berauschungsmittel und wirkt deswegen auch kaum psychoaktiv. Es macht also nicht abhängig. Falsch wäre es aber zu sagen, dass es sich hierbei um einen zu 100% nicht psychoaktiven Wirkstoff handelt. Denn Cannabidiol wird auch dazu eingesetzt, Panikattacken zu verhindern oder generell, um in einer stressigen Situation den Körper zu entspannen und zu entkrampfen.

CBD Wirkungsweise an den Rezeptoren

Wusstest Du schon?
Unser Körper produziert im sogenannten Endocannabinoid-System sogar seine eigenen Cannabinoide. Dieses System ist bei Prozessen mitbestimmend, in denen die Stimmung, die Schmerzempfindung, der Appetit und andere kognitive Funktionen beeinflusst werden. An den Rezeptoren eben jenes Systems knüpft CBD nun an und kann dort die Ausschüttung von zum Beispiel Adrenalin oder Stresshormonen verhindern. Dadurch wird Stress gemildert. Zudem werden freie Radikale eingefangen, wodurch eine zusätzliche Stressminderung herbeigeführt werden kann.

Damit lässt sich festhalten, dass CBD nicht so psychoaktiv wirkt wie THC, aber es die Psyche in gewisser Art und Weise trotzdem beeinflussen kann. Aber wohl eher im positiven Sinne.

Natürlich stellt sich die Frage, ob CBD-Produkte auch negative Begleiterscheinungen oder Nebenwirkungen hervorrufen können. Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass bei einer geringen Anwendung von beispielsweise CBD Öl keine oder wenn nur sehr wenige und leichte Nebenwirkungen auftreten. Doch auch an dieser Stelle sei natürlich darauf hingewiesen, dass jeder Mensch auf solche Produkte anders reagieren kann.

Leider gibt es bisher noch keine ausführlichen Langzeitstudien, weshalb keine zu 100% sicheren Aussagen getroffen werden können. Als sicher gilt jedoch, dass CBD-Öle keine toxische Wirkung besitzen. Vereinzelt liest man, dass in seltenen Fälle nach der Einnahme von CBD Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit oder auch Durchfall aufgetreten ist. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass diese Wirkung anderweitig ausgelöst wurden. Auftreten könnte bei der Einnahme von Hanfölen auch ein trockener Mund, ein niedriger Blutdruck oder Benommenheit.

Wir empfehlen jedenfalls bei Unsicherheit die Einnahme von Produkten mit höherem CBD Anteil das Ganze mit einem Arzt oder Apotheker durchzusprechen. Das gilt vor allem für Menschen, die täglich bestimmte Tabletten und Medikamente einnehmen müssen. Auch schwangeren und stillenden Frauen sollten auf CBD-Öle eher verzichten.

Wofür wird es eingesetzt?

CBD Produkte werden zu den unterschiedlichsten Zwecken eingesetzt. Es kann beispielsweise zur Eindämmung von Entzündungsprozessen verwendet werden, hat aber auch eine entspannende Wirkung. Interessant ist zudem, dass CBD bei vielen schwereren Krankheiten Abhilfe verschaffen kann und teilweise auch schmerzlindernde Effekte aufweisen soll.

Die Liste ist lang:

  • Gegen Angstzustände und Panikattacken
  • Gegen Schlaflosigkeit
  • Hilft bei Hautproblemen (Akne)
  • Kann bei Epilepsie, Psychosen und Depressionen helfen
  • Erforscht wird zudem eine Wirkungsweise bei Krebs
  • Gegen Übelkeit
  • Dient auch als Ernährungsersatz (CBD Kapseln, CBD Öle etc.)
  • Und noch vieles mehr!
Wirkungsweise von CBD Produkten

Interessant ist auch, dass CBD bei „normaler“ Nervosität beruhigend und entspannend auf den Körper einwirkt. So ist die Einnahme von CBD Öl beispielsweise für Menschen mit Flugangst vor einer längeren Reise denkbar. CBD lindert dann die Angst bzw. das nervöse Gefühl, ohne dass man nicht mehr Herr seiner Sinne ist.

Macht CBD abhängig oder berauschend?

CBD selbst wirkt – wie Du mittlerweile sicher schon weißt – nicht berauschend und macht auch nicht abhängig. Gerade das ist auch ein Grund, warum bereits weiterverarbeitete CBD Produkte mit einem THC-Gehalt von höchsten 0,2% in Deutschland legal zu kaufen sind. Dazu aber später noch mehr.

Wie sieht es aber aus, wenn CBD und THC kombiniert werden? Eine Kombination hätte den Vorteil, dass man als Konsument sowohl die Vorteile des Wirkstoffs CBD als auch jene von THC zu spüren bekäme. Denn auch THC wird bei Patienten mit starken Schmerzen eingesetzt (allerdings rezeptpflichtig).

Weiterverarbeitete CBD Produkte, die frei verkäuflich sind, dürfen aber nur einen maximalen THC Anteil von 0,2% besitzen. Bei Überschreitung dieser Grenze gelten die Erzeugnisse als Arzneimittel und dürfen nur auf Rezept hin gekauft werden. Andernfalls würde man Probleme mit dem Betäubungsmittelgesetz bekommen. 

Bei stark dosierten Medikamenten wäre nämlich eine berauschende Wirkung wieder möglich. Bei "normalen" Produkten mit CBD reicht der Rest THC-Gehalt (nicht höher als 0,2%) hierzu allerdings nicht aus. Generell werden die meisten CBD-Öle aus Nutzhanf gewonnen. Diese Art von Hanfpflanzen besitzen schon von Natur aus einen sehr geringen THC Anteil.

CBD bei Schlafstörungen - hilft das wirklich?

Laut verschiedenen Studien soll CBD außerdem bei Menschen zu einem besseren Schlaf führen, die unter chronischen Schmerzen leiden. Aber natürlich sind nicht nur Schmerzen der einzige Grund für schlaflose Nächte. Unser Schlaf lässt sich nämlich auch von Ängsten oder Stress beeinflussen. Auch an dieser Stelle können CBD Öle Abhilfe schaffen. Denn das Cannabidiol soll Einfluss auf den Schlaf-Zyklus nehmen und dadurch unsere Tiefschlafphase unterstützen können.

Durch positive Auswirkungen bei Depressionen, Panikattacken oder bei der Verhinderung von zu hohem Blutdruck und einer muskelentspannenden Wirkung, weist vieles darauf hin, dass CBD einen gesunden und erholsamen Schlaf fördert.

CBD Öl Nahrungsergänzungsmittel

Interessanterweise gibt es Studien, welche belegen, dass das Endocannabinoid-System eine Hauptrolle im Schlaf-Wach-Zyklus von Ratten einnimmt. Gerade mit diesem System interagiert CBD.

Welche Produkte gibt es?

Wegen des großen Booms in der CBD Branche, kommen viele Anbieter mit immer mehr Produkten auf den Markt. Die bekanntesten und erfolgreichsten Produkte sind CBD Öle (teilweise auch Hanföle genannt), CBD Cremes oder Hanftees.

Es gibt aber auch CBD Kapseln, Vitalstoffe, Hautpflegeprodukte (auch Labellos) oder Salben. Mittlerweile stellen einige Produzenten sogar spezielle CBD Mittel für unsere Tierfreunde her. Und das alles ist noch der Anfang. Die Entwicklung hat mehr oder weniger gerade erst begonnen. Visionäre haben die Vorstellung, dass man irgendwann seinen eigenen Nutzhanf selbst pflücken kann, so wie Erdbeeren oder Blumen.

Wo kann man sie kaufen?

Die wichtigsten Hersteller und Online-Shops für CBD Produkte:

  • Nordicoil (Marktführer in Deutschland)
  • CBD Vital
  • Cannhelp
  • BioCBD
  • Hempamed

Mittlerweile kann man auch bei Amazon CBD Produkte wie Öle oder Cremes käuflich erwerben. Aber auch in Drogeriemärkten wie Rossmann oder DM sind CBD Sachen erhältlich.

Gibt es auch CBD Gras?

Neben den weiterverarbeiteten Produkten wurde von verschiedenen Entrepreneuren auch immer mal wieder versucht, CBD Gras auf den Markt zu bringen. Gescheitert sind sie zuletzt aber immer an der rechtlichen Hürde.

Zwar könnte auch CBD Gras nur einen THC-Anteil von 0,2% besitzen, was für eine Legalität sprechen würde, doch würde dieser Grenzwert nur für bereits verarbeitete Produkte wie Cremes gelten. Denn bei Gras bestehe noch immer die zumindest abstrakte Gefahr, dass das CBD Gras unter großem Aufwand in Alkohol eingekocht oder speziell bestrahlt wird und damit der THC-Anteil erhöht werden könnte. So wäre es möglich, CBD Gras unter großem Aufwand doch wieder zu einem Rauschmittel umzufunktionieren. Wäre dies legal, würde das eine Umgehung des Gesetzes bedeutet.

CBD Hanfpflanze auf dem Feld

Aufgrund dessen ist CBD Gras noch nicht frei verkäuflich. Nach dem Betäubungsmittelgesetz ist Cannabis grundsätzlich verboten. Von diesem Verbot sind nur Nutzhanf-Sorten ausgenommen, die von der EU zertifiziert sind. Verkauft werden darf das CBD Gras aber nur mit weniger als 0,2% THC-Anteil an einen Käufer, der es ausschließlich zu einem gewerblichen oder wissenschaftlichen Zweck nutzt. Der Begriff "gewerblicher Zweck" wird sehr eng ausgelegt, sodass Produzenten von CBD Gras nur an Hersteller verkaufen, welche den Hanf dann zu anderen Produkten weiterverarbeiten. 

Sind CBD-Produkte legal?

Aber wie sieht es ganz grundsätzlich mit CBD Produkten aus? Kann man diese ohne rechtliche Probleme erwerben? Die Beantwortung dieser Fragen ist leider nicht ganz leicht und erfordert eine rechtliche Prüfung.

Wichtig: Der folgende Text wurde nicht von einem fachlich spezialisierten Juristen verfasst. Wir übernehmen keine Garantie für die Richtigkeit der nachstehenden Informationen.

CBD Produkte rechtliche Lage

Bei CBD Produkten wird nach Arzneimitteln und nach Nahrungsergänzungsmitteln bzw. Kosmetikprodukten unterschieden. Sofern die Produkte als Nahrungsergänzungsmittel gelten, sind diese mit Maßgabe des § 2 Abs. 3 des deutschen Arzneimittelgesetzes nicht mehr als Arzneimittel einzustufen und dürfen frei verkauft werden. Beachtet werden muss aber auch die Anlage I des BtmG, wonach der THC Anteil des jeweiligen Produkts nicht höher als 0,2% liegen darf. Ansonsten braucht man dafür ein Rezept. Wichtig ist auch, dass die CBD Produkte keine pharmakologische Wirkung vorweisen. Wann dies tatsächlich vorliegt, ist allerdings noch weitestgehend unklar.

CBD Öl im Labor

Jedenfalls muss CBD in Deutschland aus den ohnehin THC geringhaltigen Nutzhanf gewonnen werden, bei denen auch der CBD Gehalt nicht zusätzlich angereichert wird. Der reine (also unverarbeitete) Hanf darf dann auch nur aus gewerblichem oder wissenschaftlichem Nutzen weiterverkauft werden. Auf dem freien Markt darf CBD Hanf allerdings nicht angeboten werden. Denn der mögliche Missbrauch von Rauschmitteln muss ausgeschlossen werden. Produkte wie CBD-Öle dürfen außerdem nicht zusätzlich mit CBD angereichert werden. Der CBD-Gehalt darf nicht dem, der Urpflanze übersteigen. Dies ist bei Vollspektrumextrakten der Fall, bei isolierten hingegen wohl CBD nicht. 

Sofern CBD Produkte allerdings weiterverarbeitet sind und als Nahrungsergänzungsmittel (wie etwa bei den meisten Ölen oder Kapseln) oder Kosmetikprodukt gelten, die weniger als 0,2% THC enthalten, seien diese rechtlich unbedenklich. Wichtig ist aber auch noch, dass es sich bei den Ölen um keine extrahiertes oder isoliertes CBD mit pharmakologischer Wirkung handelt, denn dann würde es wieder als Arzneimittel gelten.

Wie man sieht, ist im Zweifel (wie also immer) eine Einzelfallprüfung zu vollziehen. Es kommt spezifisch auf das jeweilige Produkt an. Schließlich müssen verschiedene Komponente beachtet werden. Generell ist die Rechtslage aber noch ziemlich undurchsichtig. Keiner findet sich im Dschungel der unterschiedlichen Rechtsnormen zurecht und kann eine verlässliche Aussage treffen, teilweise nicht mal Juristen. 

Entscheidend ist also, dass…:

  1. Der THC Gehalt 0,2% nicht überschreitet
  2. Es sich um ein CBD Produkt handelt, welches ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein Kosmetik Produkt ist
  3. Man mindestens 18 Jahre alt ist.
  4. Es kommt auf das einzelnen Produkt an (darf kein isoliertes CBD-Produkt sein)
  5. CBD muss von Nutzhanfpflanzen gewonnen werden, wobei die Pflanzen mit CBD nicht angereichert werden dürfen  (CBD Gehalt darf nicht höher sein als in der Ursprungspflanze)

Fazit

Wie man sieht, ist die Thematik rund um den Wirkstoff CBD und CBD-Produkte sehr groß und gleichzeitig auch noch sehr neu. Gerade deshalb ist es bislang noch recht schwer, ein klares Fazit zu dieser Materie zu schließen.

Man wird wohl noch die nächste Entwicklung der Produkte abwarten müssen und auch die rechtliche Debatte stets verfolgen, um ein endgültiges Votum über CBD abgeben zu können. Fakt ist aber, dass der Markt rasant steigt und die Nachfrage solcher Produkte auch in Zukunft noch zunehmen wird.

CBD ist wegen seiner vielseitigen Wirkungen besonders vielversprechend und scheint auch  nur wenige Nebenwirkungen zuzulassen. Neue Studien werden uns in Zukunft Stück für Stück über CBD weiter aufklären.

OBEN